Mai 2018

Nepalreise

Ausstellung von Schülern für Schüler

 

Willkommen in Nepal

 

Rinkerode -

 

Dem fernen asiatischen Land Nepal statteten die Kinder der Grundschule Rinkerode jetzt einen Besuch ab.

 

Die Schüler der Klasse 3 a hatten gemeinsam mit Lehrerin Annette Surel ihren Klassenraum zu einer sehr vielseitigen Ausstellung über das Leben in Nepal umgestaltet und die anderen Klassen für jeweils eine Stunde dorthin eingeladen.

Von Birte Moritz (WN)

 

Donnerstag, 03.05.2018, 06:05 Uhr

 

Die Klasse 3 a mit ihrer Lehrerin Annette Surel (li.) lud die anderen Rinkeroder Grundschüler zu einer „Reise“ nach Nepal ein.
 
Die Klasse 3 a mit ihrer Lehrerin Annette Surel (li.) lud die anderen Rinkeroder Grundschüler zu einer „Reise“ nach Nepal ein.

 

 
 
 
 

„Ich interessiere mich seit ganz vielen Jahren für Nepal“, erklärte Surel zum Hintergrund. In den Osterferien reiste sie erstmals für zwei Wochen in das Land im Himalaya. Um ihre Schüler über den sprichwörtlichen Tellerrand gucken zu lassen und das globale Lernen zu fördern, bezog die engagierte Lehrerin die 23 Jungen und Mädchen in ihre Reise mit ein und machte Nepal zum Unterrichtsthema. Aus den 14 landeskundlichen Themen, die sich herauskristallisierten, wählte jedes Kind eines aus, mit dem es sich näher beschäftigte. „Die Schüler haben mit Feuereifer über Wochen das Thema verfolgt“, freute sich die Pädagogin. Selbst in ihrer Freizeit hätten sie dazu recherchiert.

Der eigentlich zwölfstündige Flug nach Nepal war für die Kinder schnell getan, denn sie brauchten nur, angeführt von einigen als Flugbegleiter verkleideten Mitschülern, vom Hauptgebäude über den Hof zum Schulturm zu „fliegen“.

Der Flur vor dem Klassenzimmer der 3 a wurde kurzerhand zum Flughafen von Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, erklärt. Dort mussten sich die Schüler an der „Passkontrolle“ anstellen, ihr selbstgemaltes Passbild vorzeigen und auf einen Stempel für ihr „Visum“ warten. Dann durften sie das Land am anderen Ende der Welt betreten und wurden sogleich landessprachlich mit „Namaste“ begrüßt. Das heißt nicht nur soviel wie „Guten Tag“, sondern „Ich grüße das Göttliche in Dir“, erklärten die Drittklässler.

Die Schüler der Besucherklassen wanderten einzeln von einem Thementisch zum anderen. Dort hielten je ein bis zwei Schüler der 3 a einen kleinen Vortrag über ihr vorbereitetes Thema und beantworteten Fragen. So war zu lernen, dass Nepal zwischen China und Indien liegt, etwa halb so groß wie Deutschland ist und auch „das Dach der Erde“ genannt wird. Zwei Jungen zeigten, wie die Rupien, das Geld des Landes, aussehen und konnten sogar den Wechselkurs angeben. Ein Mädchen erklärte, dass die meisten Nepalesen Hindus oder Buddhisten sind und was es mit den nepalesischen Gebetsmühlen und -fahnen auf sich hat. Aber auch mit den Problemen des Landes wie der Luftverschmutzung, der Erdbebengefahr sowie den oft langen und gefährlichen Schulwegen der Kinder in Nepal hatten sich die Rinkeroder Grundschüler auseinander gesetzt.

Anschauungsmaterial gab es nicht nur in Form von Büchern und Bildbänden. Auch zahlreiche Original-Gegenstände konnten betrachtet und angefasst werden. Viele davon hatte Annette Surel von ihrer Reise mitgebracht. So gab es prächtige Seidentücher, eine Gebetsmühle und eine Yak-Glocke zu bestaunen. Außerdem erklang im Hintergrund original nepalesische Musik, und die Gäste durften „Lassi“, das typische Joghurt-Getränk, kosten.

Dadurch, dass die Schüler der 3 a so kompetent Auskunft geben konnten, war es den Besuchern schließlich möglich, die Quizfragen zu beantworten, die ihnen mit auf die „Reise“ gegeben worden waren. So trugen sie in den Fragebogen ein, wie das nepalesische Nationalgericht heißt, was an der Flagge des Landes so besonders ist und warum die dort lebenden Schneeleoparden in Gefahr sind. Und sie wurden sogar aufgefordert: „Schreibe Deinen Namen in nepalesischer Schrift.“

Die Schüler hatten sich bei der Entwicklung des Projekts aktiv einbringen können, und viele hatten nun sichtlich Spaß, ihr Expertenwissen weiterzugeben. So wurde die informative Ausstellung ein erfolgreiches Beispiel für das Konzept des selbst gesteuerten und eigenverantwortlichen Lernens. Einzig die Idee der Kinder der 3 a, für die Ausstellung einen Eintrittspreis zu verlangen und mit diesem eine echte Klassenfahrt nach Nepal zu finanzieren, wurde nicht umgesetzt.

WN Artikel: http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Drensteinfurt/3278077-Ausstellung-von-Schuelern-fuer-Schueler-Willkommen-in-Nepal

 

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